Nechuschtan

Als das Volk Israel einmal von Schlangen heimgesucht wurden, schrien sie zu Gott um Hilfe. Dieser hatte eine besondere “Lösung” des Problems.

Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine Seraph-Schlange und befestige sie an einem Feldzeichen; und es soll geschehen, wer gebissen worden ist und sie ansieht, der soll am Leben bleiben!
(4. Mose 21, 8)

Mose führte diesen Auftrag aus und es funktionierte. So weit so gut. Ich war dann aber ziemlich überrascht, als ich dieser bronzenen Schlange an einer anderen Stelle in der Bibel wieder begegnet bin. Einige hundert Jahre später wurde Hiskia König über Juda. Er war einer derjenigen Könige, von welchen es heisst, sie hätten getan, was recht war in den Augen des Herrn. Dazu gehörte, dass er Gedenksteine und Bilder fremder Götter beseitigte. Und noch etwas anderes tat er:

… und zertrümmerte die eherne Schlage, die Mose gemacht hatte; denn bis zu dieser Zeit hatten die Kinder Israels ihr geräuchert, und man nannte sie Nechuschtan.
(2. Könige 18, 4)

Was Gott für eine spezielle Situation angewiesen hat, haben die Menschen also institutionalisiert und über Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte weitergeführt, bis dann eben Hiskia kam.

Was damals geschah, geschieht auch heute. Vermutlich ist es einfach menschlich, das wir versuchen, etwas zu konservieren und als Rezept weiterzugeben, was einmal funktioniert hat. Gott will aber nicht, dass wir von Konserven und mit Rezeptbüchern leben, sondern er will immer wieder neu und direkt zu seinen Kindern reden.

Weg also mit unseren persönlichen Nechuschtans! Ein kleines Detail noch zu Hiskia: Als er schon fast tot war, ging er in seiner Verzweiflung zu Gott und bat darum, am Leben zu bleiben. Gott handelte (diesmal ohne Schlange) und Hiskia lebte weitere 15 Jahre (2. Könige 20, 1 ff). Hätte er sich auf die Schlange verlassen, wäre sein Leben vermutlich damals zu Ende gewesen.

Jürg

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Jürg

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