Jesus und die Heuchler

Jesus fand recht deutliche Worte, wenn er sich mit frommen Heuchlern unterhielt. Eine seiner Aussagen:

„… ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von aussen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat!“
(Matthäus 23, 27)

Nach dem jüdischen Gesetz verunreinigten sich Juden, wenn sie mit Toten oder Gräbern in Berührung kamen. Um dies zu vermeiden, wurden Gräber weiss getüncht. Die Gräber waren so von aussen hübsch anzusehen und liessen Unwissende nicht ahnen, was sich hinter der „reinen Fassade“ verbarg.

Nun benutzt Jesus die übertünchten Gräber als Vergleich für Heuchelei. Er hat damals die Pharisäer und Schriftgelehrten angesprochen. Würden die Frommen von heute besser abschneiden?

In vielen christlichen Versammlungen wird um die Wette gelächelt. Die Kleider sind sauber und ordentlich. Wer sich nicht nach den Regeln verhält, läuft Gefahr, dass er schräg angesehen wird oder gar mit einem bösen Blick beworfen wird. Über Versagen und persönliche Schwierigkeiten wird selten gesprochen. Heuchelei erhält viel Raum und wird oft direkt oder indirekt unterstützt.

Solange das Gemeindeleben aus gemeinsamen Veranstaltungen besteht, ist es verhältnismässig einfach, nur die guten Seiten zu zeigen. Das Alltagsleben vieler Christen weicht aber oft stark vom Bild ab, das sie in der Kirche vermitteln.

Auch mir fällt es schwer, meinen inneren Unrat zu zeigen. Es braucht Mut, sein „Grab“ zu öffnen und anderen Einblick zu gewähren. Es geht dabei nicht um Seelenstriptease. Doch in einer mit Menschen, mit denen wir gemeinsam Jesus folgen, sollte dies möglich sein. Denn nur wenn wir dies zulassen, werden wir Heilung und Hilfe von Jesus erleben.

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.
(1. Johannes 1, 7)

Jürg

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Jürg

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